10. In welcher Weise unterstützen Sie Interventions- und Schutzkonzepte, sowie Beratungseinrichtungen, die Jungen als Opfer von Gewalt erreichen, und wie werden Sie in der kommenden Legislaturperiode den Schutz von Jungen vor sexualisierter Gewalt erhöhen?

  • Jungen bis zu einem gewissen Alter dürfen ihre gewaltbetroffenen Mütter mit in vom Land geförderte Frauenhäuser begleiten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie selbst auch Gewalterfahrung in der Familie gemacht haben oder nicht. Zudem fördert das Land die LAG feministischer Beratungsstellen in Mannheim, die mit ihren angeschlossenen Mitgliedseinrichtungen Präventionsarbeit in Sachen Gewalt für Mädchen und Jungen leistet, durch Informationsveranstaltungen in Kindergärten und Schulen.

    In der noch laufenden Wahlperiode wurde die Förderung der Arbeit der LAG Mädchenarbeit und der LAG Jungenarbeit seitens des Landes deutlich verbessert. Weitere alleine auf Jungen ausgerichtete Interventions- und Schutzkonzepte oder Beratungseinrichtungen werden vom Land bisher nicht explizit gefördert. Das wollen wir Grüne ändern. Wir wollen deshalb, in Kooperation mit Sachverständigen einschließlich der LAG Mädchenarbeit und der LAG Jungenarbeit, darüber beraten, welche Strukturen geeignet sind, um einen verbesserten Schutz und angemessene Interventionskonzepte für Jungen zu verwirklichen.

  • Für die CDU sind Kinder das Wertvollste, was wir haben. Jede Form von Gewalt, ist unerträglich und wir bekämpfen sie mit aller Härte. Kinder sind Gewalt oftmals schutzlos ausgeliefert. Es ist daher unverzichtbar, dass alle Möglichkeiten genutzt werden, um Gewalt gegenüber Kindern zu vermeiden. Zudem sollten Täter angemessen bestraft werden. Die bestehenden Beratungsstellen leisten schon jetzt einen wichtigen Beitrag. Wir werden diese deshalb auch in Zukunft bei ihrer Arbeit unterstützen.  Darüber hinaus ist es notwendig, dass entsprechende Konzepte entwickelt werden und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure verbessert wird. Maßnahmen der Prävention und der Strafverfolgung sind besser miteinander zu verzahnen und bestehende Lücken zu schließen. Zudem wird das Thema Missbrauch bei Jungen oftmals nicht wahrgenommen, da diese meist in der Täter- und nicht in der Opferrolle gesehen werden. Dabei ist das jeweilige Rollenverständnis ein bedeutender Faktor. Wir werden uns dafür einsetzen, dass eine stärkere Sensibilisierung für dieses Thema erfolgt.

  • Jungen und Mädchen sind als Menschen grundsätzlich vor dem Gesetz gleich und uns gleich viel wert. Interventions- und Schutzkonzepte dürfen daher nach unserer Überzeugung nicht als Ausdruck unterschiedlicher Wertschätzung eine der Personengruppen sachwidrig bevorzugen. Unterschiedliche Konzepte müssen die Folge unterschiedlicher Gewaltursachen- oder -situationen sein. Schon in der Vergangenheit haben wir uns für den Schutz von Jungen und Mädchen stark gemacht. So wurde in Baden-Württemberg bereits im Jahr 2005 das Leitbild des „Kinderlandes Baden-Württemberg“ erstellt. Mit der Bestellung der ersten Kinderbeauftragten der Landesregierung wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt. Auch in Zukunft werden wir uns für den Schutz von Jungen und Mädchen einsetzen, wie wir auch das Vier-Säulen-Konzept, das landesweite Qualifizierungsprogramm und das mit Landesmitteln geförderte Kinderschutz-Netzwerk unterstützten.

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Zuletzt aktualisiert am 5. März 2016