3. Wie möchten Sie nach der Landtagswahl politisch wirken, um Bildungschancen für die angesprochene Gruppe von Jungen zu erhöhen und soziale Benachteiligungen abzubauen?

  • Wir Grüne haben das Ziel, unser Bildungssystem leistungsfähiger und gleichzeitig sozial gerechter zu machen. Jedes einzelne Kind und seine Zukunftschancen stehen bei uns im Mittelpunkt. Wahlfreiheit ist für uns in der Bildungspolitik von zentraler Bedeutung. Mit dem Ausbau der frühkindlichen Ausbildung, Einführung der Gemeinschaftsschule, zusätzlichen Stunden für individuelle Förderung, Ausbau von Ganztagsangeboten an Grundschulen und Unterstützung bei der Schulsozialarbeit haben wir bereits einige Schritte getan, um dieses Ziel zu erreichen. Dafür haben wir in den letzten Jahren massiv in Bildung investiert, über 1,7 Milliarden Euro fließen inzwischen zusätzlich in den Bildungshaushalt.

    In der kommenden Legislaturperiode wollen wir an diese Politik anknüpfen und die begonnen Veränderungsprozesse besonnen und konsequent fortsetzen. Dabei messen wir unser Handeln an den Leitlinien Qualität, Verlässlichkeit und Eigenständigkeit. Gute Rahmenbedingungen für alle Schulen und eine faire Ressourcenverteilung zwischen den Schulen sind notwendig, damit der Wandel gelingen kann. Jedes Kind und jeder Jugendliche soll sich bestmöglich entwickeln können. An dieser Prämisse haben sich unsere Aktivitäten in der ersten grün-geführten Landesregierung orientiert, und daran wollen wir die Gestaltung der Bildungslandschaft weiter ausrichten.

  • Uns als CDU-Landtagsfraktion ist es ein sehr wichtiges Anliegen, dass die Qualität der neuen Bildungspläne stimmt. In ihnen wird festgelegt, welche Inhalte den Schülerinnen und Schülern in den nächsten rund 10 Jahren in den Schulen des Landes vermittelt werden – also was Schülerinnen und Schüler lernen oder eben nicht lernen! Jedoch sind unsere Möglichkeiten der Einflussnahme als Oppositionsfraktion auf die inhaltliche Ausgestaltung leider sehr begrenzt. Die Bildungspläne besitzen lediglich den Charakter einer Rechtsverordnung des Kultusministeriums, weshalb es zur Umsetzung weder eines Kabinettsbeschlusses noch einer Parlamentsbefassung bedarf. Dennoch haben wir in unserer engagierten parlamentarischen Arbeit verschiedene Fehlentwicklungen der Bildungsplanentwicklung aufgegriffen und teilweise Korrekturen erreichen können.

  • Um möglichst gute Bildungschancen für jeden jungen Menschen unabhängig von Geschlecht und Herkunft zu schaffen, treten wir Freien Demokraten dafür ein:

    • Einrichtungen der Kindertagesbetreuung vor allem auch als Bildungseinrichtungen zu begreifen. Eine fundierte frühe Förderung zahlt sich für die Chancen im späteren Leben aus. Unser wichtigstes Ziel dabei ist es, eine hohe Qualität der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote sicherzustellen. Wir wollen deshalb die Sprachförderung weiter ausbauen und den Orientierungsplan für eine Pädagogik in Kindertageseinrichtungen für verbindlich erklären. Gleichzeitig betrachten wir Freie Demokraten es auch in diesem Zusammenhang als unseren Auftrag, für eine möglichst große Wahlfreiheit der Eltern zu sorgen. Eine Betreuung durch Tageseltern ist als gleichwertig mit einer Betreuung in einer Kindertagesstätte anzuerkennen und auch entsprechend zu bezuschussen.
    • Ein Bildungswesen zu erhalten, das jedem einzelnen jungen Menschen unabhängig von seiner oder ihrer Herkunft ein Maximum an Chancen eröffnet, sich bestmöglich zu entfalten. Dieses Maximum an Chancen steht und fällt nach unserer Überzeugung mit der Qualität und der Durchlässigkeit des Bildungsangebots. Im Gegensatz zu manchen unserer politischen Mitbewerber sind wir der Ansicht, dass ein Bildungswesen nicht dann gerecht ist, wenn es alle gleichzumachen versucht, sondern wenn es jedem einzelnen und seinen individuellen Voraussetzungen und Zielen gerecht wird. Bezogen auf die Schulen heißt dies, dass wir nicht die „eine Schule für alle“ wollen, sondern die passende und beste Schule für jeden. Im Rahmen eines Schulfriedens müssen alle bestehenden Schularten Bestandsschutz erhalten und ebenso auskömmlich wie fair mit Personal- und Finanzmitteln ausgestattet werden. Die individuelle Förderung der Schüler darf nicht das Privileg der Gemeinschaftsschule sein, sondern Mittel für individuelle Förderung müssen allen Schularten zukommen.
    • Unser differenziertes und vielfältiges Bildungswesen zu erhalten und zu fördern, damit jeder junge Mensch das für ihn oder sie passende Bildungsangebot in erstklassiger Qualität findet. Hierzu muss unser Einsatz sowohl den allgemeinbildenden als auch den beruflichen Schulen gelten. Unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft sind auf qualifizierten Nachwuchs nicht nur aus dem akademischen, sondern auch auf dem berufsbildenden Bereich angewiesen. Damit eröffnet eine Berufsausbildung, häufig in gemeinsamer Verantwortung von Schule und Betrieb organisiert, echte Berufschancen und damit Lebenschancen für junge Menschen. Aus diesem Grund werden wir uns Bestrebungen zur Vereinheitlichung sowie zur Qualitäts- und Niveauabsenkung in allen Bereichen unseres Schulwesens entschieden widersetzen. Stattdessen wollen wir die Wahlfreiheit stärken beziehungsweise ein Höchstmaß an Wahlmöglichkeiten schaffen. Deshalb treten wir dafür ein, zusätzlich zur verpflichtend-rhythmisierten auch die offene Ganztagsschule im Schulgesetz zu verankern und sowohl Inklusionsangebote auszubauen als auch die Sonderschulen zu erhalten.

  • Antwort steht noch aus.

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Zuletzt aktualisiert am 5. März 2016