2. Wie wollen Sie insbesondere im Ausbildungsbereich Maßnahmen für eine geschlechterreflektierte Pädagogik anstoßen?

  • Wir Grüne setzten uns auch im Ausbildungsbereich für den Abbau geschlechtsspezifischer Benachteiligungen und ein selbstbestimmtes und partnerschaftliches Miteinander von Mädchen und Jungen ein. Mit der Bildungsplanreform an den allgemeinbildenden Schulen und der damit verbundenen Einführung der Leitperspektive Berufliche Orientierung sowie des Faches Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung stärken wir außerdem frühzeitig die individuelle Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit ihren Wünschen, Perspektiven und Möglichkeiten. Nur wer einen guten Überblick über Berufs- und Ausbildungswege hat und die betriebliche Realität des jeweiligen Berufes im Vorfeld gut kennt, kann den Übergang von der Schule zur Ausbildung gut meistern. Um jedem Schüler und jeder Schülerin den für sie/ihn bestmöglichen Bildungsweg aufzeigen zu können, erhalten Berufsorientierung und Informationen über Berufliche Schulen an allen allgemeinbildenden Schulen einen festen Platz. Am Ende sollen alle Jugendlichen die Berufswahl treffen können, die am besten zu ihren Interessen und Fähigkeiten passt.

  • Wir als CDU wollen, dass Kinder ihrer Entwicklung entsprechend altersgerechten unterrichtet werden. Dies gilt auch hinsichtlich der Sexualerziehung. Insbesondere bei Grundschulkindern – einer besonders schutzbefohlenen Altersgruppe – darf Sexualerziehung nur im Einvernehmen der Eltern erfolgen. Darüber hinaus ist es grundsätzlich fraglich, ob Sexualität ein breites Thema in der Grundschule darstellen muss. Dies ist zuvorderst ein Thema der Eltern, ein Thema der Familie. Ehe und Familie sind das Fundament unserer leistungsfähigen sozialen und lebendigen Gesellschaft. Aus diesem Grund wollen wir uns auch in Zukunft für die Stärkung von Ehe und Familie einsetzen.

  • Wir Freien Demokraten sind von jeher dafür eingetreten, dass niemand aufgrund von Religion, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiert wird. Es ist nach unserer Auffassung elementare Aufgabe unseres liberalen Rechtsstaats, gegen jede Form der Diskriminierung vorzugehen. Entsprechend ist es auch Auftrag von Bildungseinrichtungen, junge Menschen zu einer toleranten und respektvollen Haltung gegenüber Unterschiedlichkeit bei Menschen in einer offenen und vielfältigen Bürgergesellschaft zu befähigen. Damit dies gelingt, ist ein grundlegender gesellschaftlicher Konsens über die Werte Toleranz und Respekt und die in ihrem Zusammenhang zu vermittelnden Inhalte entscheidende Voraussetzung.

    Die beste Voraussetzung dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher diesem wichtigen Auftrag nachkommen können, ist eine erstklassige, fundierte und differenzierte Ausbildung sowie entsprechende Fortbildungsangebote. Wir Freien Demokraten sind überzeugt davon, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher auf der Grundlage einer solchen Aus- und Fortbildung selbst am besten in der Lage sind, Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts in der Kindertageseinrichtung sowie in Schule und Unterricht gerecht zu werden.

    Die damalige christlich-liberal getragene Landesregierung hat begonnen, den Orientierungsplan für eine frühe Pädagogik verbindlich zu machen. Land und Kommunen stellten hierfür insgesamt 310 Millionen Euro zur Verfügung, 10 Millionen davon für die Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher. Trotz einer entsprechenden Ankündigung im Koalitionsvertrag hat die jetzige grün-rote Landesregierung diesen Weg nicht fortgesetzt. Die FDP hält an ihrem Vorhaben fest, den Orientierungsplan umzusetzen und für verbindlich zu erklären. Auch die zur Zeit der christlich-liberalen Landesregierung eingeführten Studiengänge zur frühkindlichen Bildung und zur Elementarbildung an den Pädagogischen Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur stetigen wissenschaftlichen Reflexion im Bereich der frühen Pädagogik. Im Bereich der Lehrerbildung wurde damals auf Initiative der FDP/DVP Fraktion die Regelstudienzeit von sechs auf acht Semester erhöht. Bestrebungen zu einem Einheitslehramt, wie es sie in der grün-roten Koalition gab, konnten verhindert werden.

    Insgesamt wollen wir den Lehrerberuf attraktiver machen. Hierzu wollen wir unter anderem die Absenkung der Eingangsbesoldung um bis zu acht Prozent für neu eingestellte Lehrkräfte rückgängig machen und für die noch in A12 verbliebenen Haupt-/Werkrealschullehrer eine Aufstiegs- beziehungsweise Beförderungsmöglichkeit schaffen. Außerdem wollen wir den Lehrerinnen und Lehrern die pädagogische Freiheit erhalten und ihnen beispielsweise ermöglichen, dass sie an den Realschulen mit Kursen auf unterschiedlichen Niveaus auf den Realschulabschluss einerseits und den Hauptschulabschluss andererseits vorbereiten; das grün-rote Gesetz erlaubt dies bislang nur im Ausnahmefall. Von einer Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs insgesamt erhoffen wir uns, dass sich auch mehr männliche Jugendliche und erwachsene Männer sich für die unterschiedlichen Lehramtsstudiengänge interessieren.

  • Antwort steht noch aus.

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Zuletzt aktualisiert am 5. März 2016