Gegen sexuelle Gewalt –

Rückfallprävention für sexuell übergriffige Jugendliche

Zertifizierte Fortbildung in 3 Modulen

DEZ 20 – JUNI 21

HINTERGRUND

Sexuelle Übergriffe, seien sie verbaler, physischer oder psychischer Art, sind ein wichtiges, aber oft tabuisiertes Thema der pädagogischen Fachdiskussion. Für männliche* Jugendliche ab 14 Jahren liegt die geschätzte Quote bei sexuellen tätlichen Übergriffen zwischen 4 und 8%. Hinsichtlich aller Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt es Steigerungen der Tatverdächtigen-Zahlen bei allen Altersgruppen, am deutlichsten jedoch bei Jugendlichen. Die einschlägige Rückfallquote, ohne Behandlung, liegt bei sexuell übergriffigen Jugendlichen bei 23%. Junge Männer* zwischen 14 und 21 Jahren bilden die „Hochrisikogruppe“ bei sexuellen Gewaltdelikten.
Frühzeitige Intervention verhindert die Manifestation eines Kreislaufs sexuell grenzverletzenden Verhaltens. Dies alles sind Gründe, sich in der Weiterbildung mit der Zielgruppe sexuell übergriffiger männlicher* Jugendlicher zu befassen und Fachleuten ein Instrumentarium an die Hand zu geben, um wirksam mit jugendlichen Straftätern* zu arbeiten, die sexualisierte Gewalt angewendet haben.

VERMITTELTE KOMPETENZEN

Am Ende der Weiterbildung kennen die Teilnehmenden grundlegende Aspekte des Misshandlungs- oder Missbrauchskreislaufs, sie können ressourcenorientierte Hilfen zur Krisendiagnostik und -bewältigung anbieten und gemeinsam mit männlichen* Tätern Deeskalationsstrategien für Krisensituationen erarbeiten.
Aufgrund ihrer neuen Fachkenntnisse, eines erweiterten beraterischen Handlungsrepertoires sowie der erworbenen professionellen Haltung können sie dysfunktionale Verhaltens- und Kommunikationsmuster der Täter* ebenso wie geschlechterbezogene Denk- und Handlungsmuster erkennen. Die Kursteilnehmer*innen können mit diesen konstruktiv und lösungsorientiert umgehen und neue Handlungsperspektiven mit sexuell übergriffigen Jugendlichen erarbeiten, um einem Rückfall präventiv entgegenzuwirken.
Der Opferschutz hat in allen Interventionen einen fundamentalen Platz und die Teilnehmenden können durch die in der Weiterbildung erworbenen Kompetenzen Opfer aktiv vor neuen Gewalttaten schützen.

ZIELGRUPPE

Fachkräfte der Jugend(-sozial)arbeit, Behindertenhilfe und stationären Jugendhilfe, Beratungsstellen, Jugendbewährungshilfe sowie Kinder- und Jugendtherapeuten. Für alle Geschlechter. Berufserfahrung wird vorausgesetzt!

 

KOSTEN

  • Die Kosten für alle 3 Module belaufen sich auf 990.- € (inklusive Tagesverpflegung).
  • Für Mitglieder der LAGJ betragen die Kosten 890.-€.

Übernachtungen können auf Wunsch von uns an der Tagungsstätte gebucht werden. Die Kosten hierfür betragen ca. 400.- € für 6 Übernachtungen (incl. Frühstück und Abendessen).

Die Fortbildung wird vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg finanziell unterstützt!

Ratenzahlung ist möglich – Sprechen Sie uns einfach an!