1. Welche Handlungsansätze sieht Ihre Partei, um eine geschlechterreflektierte und geschlechtergerechte Pädagogik stärker als bisher in der Elementarbildung zu verankern?

  • Wir wollen Geschlechtergerechtigkeit in allen Bereichen der Landespolitik nachhaltig verwirklichen. Daher ist uns eine geschlechterreflektierte und geschlechtergerechte Pädagogik in der Elementarbildung ein wichtiges Anliegen. Im aktuellen Entwurf des Orientierungsplans ist geschlechterbewusste Pädagogik verankert. Darüber hinaus haben wir die Ausbildung reformiert und mit der Praxisintegrierten Erzieherinnen- und Erzieherausbildung (PIA) eine Möglichkeit geschaffen, diesen Beruf für weitere Zielgruppen zu öffnen. Durch die Einführung der vergüteten, praxisintegrierten Erzieherinnen- und Erzieherausbildung (PIA) ist es uns in der Tat gelungen, den Anteil männlicher Auszubildender auf rund 15 Prozent zu erhöhen. Auch werden wir unsere Anstrengungen, den Anteil von männlichen Lehrern im Grundschulbereich zu erhöhen, weiter fortsetzen.

  • Wir als CDU-Landtagsfraktion treten für ein Menschenbild im Bildungsplan und an der Schule ein, das mehr als Selbstentfaltung, Respekt und Anerkennung des Anderen will. Es bedarf daneben nämlich auch der Vermittlung von Gemeinschaftsfähigkeit und Solidarität mit den anderen Menschen und der Verantwortung. Es muss zwingend darauf geachtet werden, dass ein Bildungsplan nicht dazu genutzt werden kann, den Schülerinnen und Schülern fremde Meinungen im Unterricht überzustülpen, sondern auch künftig die Möglichkeit der Entfaltung in Freiheit bietet. Einen Gesinnungslehrplan lehnen wir entschieden ab.

  • Wir Freien Demokraten sind von jeher dafür eingetreten, dass niemand aufgrund von Religion, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiert wird. Es ist nach unserer Auffassung elementare Aufgabe unseres liberalen Rechtsstaats, gegen jede Form der Diskriminierung vorzugehen. Entsprechend ist es auch Auftrag von Bildungseinrichtungen, junge Menschen zu einer toleranten und respektvollen Haltung gegenüber Unterschiedlichkeit bei Menschen in einer offenen und vielfältigen Bürgergesellschaft zu befähigen. Damit dies gelingt, ist ein grundlegender gesellschaftlicher Konsens über die Werte Toleranz und Respekt und die in ihrem Zusammenhang zu vermittelnden Inhalte entscheidende Voraussetzung.

    Die beste Voraussetzung dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher diesem wichtigen Auftrag nachkommen können, ist eine erstklassige, fundierte und differenzierte Ausbildung sowie entsprechende Fortbildungsangebote. Wir Freien Demokraten sind überzeugt davon, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher auf der Grundlage einer solchen Aus- und Fortbildung selbst am besten in der Lage sind, Kindern und Jugendlichen beiderlei Geschlechts in der Kindertageseinrichtung sowie in Schule und Unterricht gerecht zu werden.

    Die damalige christlich-liberal getragene Landesregierung hat begonnen, den Orientierungsplan für eine frühe Pädagogik verbindlich zu machen. Land und Kommunen stellten hierfür insgesamt 310 Millionen Euro zur Verfügung, 10 Millionen davon für die Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher. Trotz einer entsprechenden Ankündigung im Koalitionsvertrag hat die jetzige grün-rote Landesregierung diesen Weg nicht fortgesetzt. Die FDP hält an ihrem Vorhaben fest, den Orientierungsplan umzusetzen und für verbindlich zu erklären. Auch die zur Zeit der christlich-liberalen Landesregierung eingeführten Studiengänge zur frühkindlichen Bildung und zur Elementarbildung an den Pädagogischen Hochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur stetigen wissenschaftlichen Reflexion im Bereich der frühen Pädagogik. Im Bereich der Lehrerbildung wurde damals auf Initiative der FDP/DVP Fraktion die Regelstudienzeit von sechs auf acht Semester erhöht. Bestrebungen zu einem Einheitslehramt, wie es sie in der grün-roten Koalition gab, konnten verhindert werden.

    Insgesamt wollen wir den Lehrerberuf attraktiver machen. Hierzu wollen wir unter anderem die Absenkung der Eingangsbesoldung um bis zu acht Prozent für neu eingestellte Lehrkräfte rückgängig machen und für die noch in A12 verbliebenen Haupt-/Werkrealschullehrer eine Aufstiegs- beziehungsweise Beförderungsmöglichkeit schaffen. Außerdem wollen wir den Lehrerinnen und Lehrern die pädagogische Freiheit erhalten und ihnen beispielsweise ermöglichen, dass sie an den Realschulen mit Kursen auf unterschiedlichen Niveaus auf den Realschulabschluss einerseits und den Hauptschulabschluss andererseits vorbereiten; das grün-rote Gesetz erlaubt dies bislang nur im Ausnahmefall. Von einer Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs insgesamt erhoffen wir uns, dass sich auch mehr männliche Jugendliche und erwachsene Männer sich für die unterschiedlichen Lehramtsstudiengänge interessieren.

  • Antwort steht noch aus.

Zurück zur Hauptseite der Umfrage

Zuletzt aktualisiert am 5. März 2016