FACHTAG

Jungen* nach der Flucht

Fachtag zur geschlechterbewussten Arbeit mit männlichen* Geflüchteten

05. OKT 2021 -PFORZHEIM

Mit freundlicher Förderung

Kooperationspartner

THEMENSCHWERPUNKTE

Der Fachtag wird mit 2 Vorträgen, 3 Workshops und einer Podiumsdiskussion Fachkräften Hinweise vermitteln, wie sie geflüchtete Jungen* und männliche* Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen gut unterstützen können und dabei Licht in die Vielfalt intersektionaler Verstehenshorizonte bringen. Geschlecht, aber auch Fluchterfahrungen, ethnische und religiöse Zugehörigkeiten werden von der Mehrheitsgesellschaft oft als Differenzlinien benutzt, die Mehrfachausschlüsse produzieren, Diskriminierungen bewirken und der Wahrung eigener Privilegien sowie der Erhaltung bestehender Machtverhältnisse dienen.

Was können Fachkräfte aller Geschlechter in diesem Kontext dazu beitragen, um Aspekte unterschiedlicher Zugehörigkeiten mit Entwicklungschancen für junge männliche* Geflüchtete zu verbinden?

Dieser Leitfrage wird sich der Fachtag aus mehreren Perspektiven annehmen. In einem ersten Vortrag wird Prof. Albert Scherr (PH Freiburg) Erfordernisse und Perspektiven wohlfahrtstaatlicher und sozialarbeiterischer Maßnahmen für diejenige Teilgruppe junger Geflüchteter aufzeigen, die als schulisch und beruflich schwer integrierbar gelten und die mit riskanten Handlungen und Verhaltensweisen besonders auffallen. Er wird über ein Forschungsprojekt berichten, das der (Weiter-)Entwicklung angemessener Konzepte der Jugendhilfe im beschriebenen Kontext dient.

In einem zweiten Vortrag von Prof. Harry Harun Behr (Universität Frankfurt/M.) soll der muslimische Hintergrund vieler Geflüchteter zum Thema werden. Er wird erhellen, welche Geschlechterbotschaften sich aus dem Islam ableiten lassen, aber auch, welche Fremdzuschreibungen Menschen aus einer muslimisch geprägten Kultur ausgesetzt sind und wie sie damit umgehen. Daraus lassen sich Erkenntnisse für eine vorurteilsbewusste Sozialarbeit ableiten. In 3 Workshops werden praxisbezogene Ansätze vorgestellt, die Zugänge zu Jungen* und jungen Männern* aber auch zum eigenen professionellen Handeln freilegen (vgl. Workshopbeschreibungen). Abschließend sollen Erkenntnisse und Fragestellungen aus Vorträgen und Workshops mit Referierenden und den Teilnehmenden kritisch vertieft werden.

TAGUNGSABLAUF

9:00 Uhr Registrierung der Teilnehmer*innen und Imbiss
9:30 Uhr Begrüßung und Einführung in den Tag durch die Veranstaltenden
9:45 Uhr VORTRAG 1: Erfordernisse und Perspektiven einer tragfähigen Jugendhilfe für Jungen* nach der Flucht, die besonders riskant handeln mit Prof. Albert Scherr und Helen Breit
11.00 Uhr VORTRAG 2: Männlichkeitsanforderungen im Islam – Zuschreibungen der Mehrheitsgesellschaft – Inszenierungen muslimischer Jungen* mit Prof. Harry Harun Behr
12.15 Uhr Mittagsimbiss
13.00 Uhr Workshop-Phase
15.00 Uhr Kaffee-Pause
15.30 Uhr ABSCHLUSSGESPRÄCH: Jungenarbeit mit Geflüchteten – Herausforderungen und Chancen
16.30 Uhr Ende des Fachtages

 

 

WORKSHOPS

1. TRAUMASENSIBLE ZUGÄNGE IN DER JUNGENARBEIT

WORKSHOPLEITUNG: Kevin Koldewey

Jungen* mit Fluchterfahrung haben oft schreckliche Ereignisse überlebt, die Traumata auslösen können. Nicht jedes schwierige oder ungewöhnliche Verhalten muss allerdings auf ein Trauma schließen lassen. Im Workshop lernen die Teilnehmenden Grundlagen der Traumapädagogik kennen und erhalten Handwerkszeug für einen sozialpädagogisch sinnvollen Umgang mit Jungen*, welche traumatische Symptome aufweisen.

2. TRANSKULTURELLE BIOGRAPHIEARBEIT MIT JUNGEN*

WORKSHOPLEITUNG: Dr.in Annemarie Schweighofer-Brauer/ Mohammed Alikaj

Im Workshop wird die Transkulturelle Biographiearbeit als eine biographisch-sensible Haltung in der professionelle Beziehungsarbeit vorgestellt: diese Haltung hilft dabei, Engführungen der eigenen Wahrnehmung zu überschreiten. Jugendlichen mit Fluchterfahrung bietet sie an, Erinnerung individuell und gemeinsam in entwicklungsoffene Sinnzusammenhänge zu integrieren.

3. KÖRPERARBEIT – ZUGÄNGE AN DEN GRENZEN VON MÄNNLICHKEIT

WORKSHOPLEITUNG:Alexander Hahne

Der Referent gibt Impulse, wie Körperarbeit einen positiven und aktiven Umgang mit dem eigenen Körper unterstützt und wie die eigene körperliche Wahrnehmung sowie Wirkung als Ressource für die soziale Arbeit genutzt werden kann. Fachkräfte erhalten die Möglichkeit, die Bedeutung ihres Körpers besser zu begreifen und das eigene Körpergeschlecht vertiefter wahrzunehmen. Sie erproben und reflektieren gemeinsam kleine Einstiegsmethoden für die körperpraktische Arbeit mit Jungen* und männlichen* Jugendlichen mit Migrationserfahrung.

SIE KÖNNEN 1 WORKSHOP BESUCHEN!

Detaillierte Beschreibung der Workshopleitungen finden Sie im Flyer.

KOSTEN

  • Der Teilnahmebeitrag beträgt 65 Euro, inklusive Verpflegung & Getränke
  • Für Mitglieder der LAGJ beträgt der teilnahmebeitrag 50 Euro.

Der Fachtag wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg finanziell unterstützt!

Die veranstaltenden Organisationen behalten sich vor, aufgrund von Corona-bedingten Einschränkungen die Tagung in den virtuellen Raum zu verlegen. In diesem Falle würde die Teilnahmegebühr um 25 Euro reduziert werden.

 

TAGUNGSORT

Pforzheim, Haus der Jugend,

Westliche Karl-Friedrich-Str. 77, 75217 Pforzheim

 

CORONABEDINGTE BESONDERHEITEN

Eine Teilnahme ist nach den aktuellen Regelungen der Landesregierung möglich. Aktuell gilt für den Fachtag die 3G – Regel (Geimpft – Genesen -Getestet). Vor Ort gelten zusätzlich die AHA-L Regeln.

 Erklärung 3G Regel.